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Como [(früherer deutscher Name: Chum) ist eine Stadt in der italienischen Region Lombardei mit 83.228 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) und Hauptort der Provinz Como.

 

 

Como [(früherer deutscher Name: Chum) ist eine Stadt in der italienischen Region Lombardei mit 83.228 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) und Hauptort der Provinz Como. Die Stadt liegt 45 Kilometer nördlich von Mailand, am gleichnamigen See und an der Grenze zum Kanton Tessin (Schweiz).

Geografie

Como liegt am Fuß der italienischen Voralpen, am Südwestende des Comer Sees, der sich auf der Höhe von Menaggio nach Süden in zwei Arme (Lago di Como und Lago di Lecco) teilt. Weil der Abfluss des Comer Sees, die Adda, den See bei Lecco verlässt und der andere Arm des Sees keinen Abfluss hat, wird zu Zeiten der Schneeschmelze und besonders starker Niederschläge, ganz besonders bei Nordwind, der das Wasser gegen Como staut, die Stadt fast jährlich von Hochwasser heimgesucht. Die Stadt liegt verkehrsgünstig an der Eisenbahnlinie MailandZürich und an der Autostrada A9, die sich in der Schweiz als A2 fortsetzt, was zur Ansiedlung vieler Industriebetriebe geführt hat. Como ist die größte Stadt der schweizerisch-italienischen Metropolregion Tessin, die insgesamt mehr als 500.000 Einwohner hat.

Die Nachbargemeinden sind: Blevio, Brunate, Capiago Intimiano, Casnate con Bernate, Cavallasca, Cernobbio, Grandate, Lipomo, Maslianico, Montano Lucino, San Fermo della Battaglia, Senna Comasco, Tavernerio, Torno, Chiasso (CH-TI) und Vacallo (CH-TI).

Klima

Der Winter in Como wird durch den mildernden Einfluss der Wassermassen des Sees relativ stark beeinflusst. Die Tiefsttemperaturen im November, Dezember, Januar, Februar und manchmal auch im März können in der Regel unter den Nullpunkt sinken und gehen meist mit einer hohen Luftfeuchtigkeit einher. Der Nebel, der für die nahe gelegene Brianza und die Poebene charakteristisch ist, fehlt hingegen völlig und ist nur teilweise jenseits der Hügel südlich des so genannten „Convalle“, d. h. des Stadtzentrums, vorhanden. Schneefall ist relativ häufig, wenn auch je nach Winter unregelmäßig, wobei die durchschnittlichen jährlichen Schneemengen vom Tal (ca. 20/30 cm pro Jahr) bis zu den Vorstädten (ca. 40/50 cm pro Jahr) ansteigen. Die letzten bedeutenden Schneefälle waren am 24. und 25. Februar 2013, am 13., 14. und 15. Dezember 2012, am 31. Januar, 1. und 2. Februar 2012, am 17. Dezember 2010, am 21. und 22. Dezember 2009, am 2. Februar und 6. und 7. Januar 2009 sowie am 26., 27. und 28. Januar 2006. Im Februar 2012 blieb der Schnee aufgrund der sehr niedrigen Temperaturen länger liegen, mit Höchstwerten unter Null sogar im Zentrum für fast eine Woche.

Der Sommer ist relativ heiß, auch wenn die Spitzenzeiten relativ kurz sind (nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende Wochen). Gelegentlich können die Temperaturen 35 bis 36 °C erreichen. Die Niederschlagsmenge ist mit durchschnittlich 1500 mm pro Jahr recht hoch und liegt in den nördlichsten Bezirken noch höher. Das Gebiet hat eine starke Neigung zu Unwettern. In der Gemeinde gibt es Unterschiede bei den nächtlichen Mindestwerten zwischen den Vierteln, je nachdem, ob sie nächtlichen Brisen ausgesetzt sind oder nicht. Während der Sommersaison sind die Temperaturen in den am See gelegenen Bezirken aufgrund der Seebrise am Morgen oft niedriger als in den Bezirken im Landesinneren, doch gleichen sich die Temperaturen am Nachmittag aufgrund der Drehung des Windes oft aus.

Geschichte

Das Gebiet auf den Hügeln südlich des Comer Sees wies seit dem 10. Jahrhundert vor Christus eine dichte dörfliche Besiedlung auf. Nach einer Blütephase im 5. Jahrhundert vor Christus kam es nach den Einfällen der Kelten zu einem Niedergang. Laut dem älteren Cato soll Comum (wie die Römer Como nannten) vom Stamm der Orobier gegründet worden sein. Iustinus gibt an, dass Comum eine Gründung der Gallier war, nachdem diese Norditalien erobert hatten; allerdings spezifiziert Iustinus den diesbezüglichen gallischen Stamm nicht näher.[5] Die Siedlung wird nur einmal während der Kriege zwischen Römern und Galliern 196 v. Chr. erwähnt, als der Konsul Marcus Claudius Marcellus Comenses (Name der Einwohner von Comum) und Insubrer besiegte und Comum eroberte. Nach der Unterwerfung von Gallia cisalpina dürfte sich eine Anzahl römischer Siedler in Comum niedergelassen haben. Doch diese erlitten durch Einfälle der benachbarten Räter immer wieder Schäden. Um 89 v. Chr. schickte Gnaeus Pompeius Strabo beträchtlich mehr Siedler nach Comum und machte es zu einer Kolonie latinischen Rechts, die bald darauf um weitere 3000 Kolonisten verstärkt wurde. Gaius Iulius Caesar siedelte 59 v. Chr. 5000 weitere Kolonisten, darunter 500 angesehene Griechen, in der Stadt an.] Diese bekam nun den Namen Novum Comum. Kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompeius suchten die Feinde Caesars diesen dadurch zu treffen, dass sie Comum den privilegierten Status einer Kolonie latinischen Rechts wieder entziehen lassen wollten. Nach Caesars erfolgreichem Vormarsch nach Italien verlieh er aber 49 v. Chr. den Einwohnern von Comum zusammen mit jenen der übrigen Gemeinden der Gallia Transpadana das römische Bürgerrecht.

Seit augusteischer Zeit war die Stadt ein municipium und wurde allgemein nur Comum genannt. Der Ort war wohlhabend; er hatte eine wichtige Eisenindustrie und die Ufer des Sees waren mit Villen übersät. Er war der Ausgangspunkt für die Überfahrt über den See, um zum Splügenpass und zum Septimerpass zu kommen (siehe auch Chiavenna). Como war der Geburtsort sowohl Plinius des Älteren als auch Plinius des Jüngeren. Letzterer gründete hier Bäder und eine Bibliothek und spendete Geld zur Unterstützung von Waisen. Im späten Kaiserreich gab es einen praefectus classis Comensis und Comum wurde als starke Festung betrachtet. Noch heute zeigt die Stadt den planimetrischen Grundriss des römischen castrum. Reste der römischen Umfassungsmauer verlaufen unterirdisch parallel zu den noch sichtbaren mittelalterlichen Stadtmauern.

  Stadt und See von Como, Jean-Baptiste Camille Corot (1834)    Ansicht von Como, Sándor Brodszky (1837–1838)

Como litt erheblich unter den frühen germanischen Invasionen. Viele der Einwohner nahmen auf der Isola Comacina bei Sala Zuflucht, kehrten aber in der langobardischen Zeit zurück. In dieser Zeit begannen die Magistri Comacini eine privilegierte Zunft der Architekten und Steinmetze zu gründen, die auch in anderen Teilen Italiens beschäftigt wurden. Como kam dann unter die Herrschaft der Erzbischöfe von Mailand, gewann gegen Ende des 11. Jahrhunderts aber seine Freiheit wieder. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts brach zwischen Como und Mailand Krieg aus, nach zehn Jahren wurde Como eingenommen und seine Befestigungen wurden 1127 geschleift. 1154 zog es aus der Ankunft Friedrich Barbarossas Vorteil und blieb ihm während des ganzen Krieges mit dem Lombardenbund treu. Im Jahre 1169 verwüstete Como die Isola Comacina, die von Mailand gegen Como befestigt worden war. 1183 erhielt Como im Konstanzer Frieden wie alle lombardischen Kommunen die Unabhängigkeit. Im 13. Jahrhundert wurde Como Zeuge der erbitterten Kämpfe zwischen den Vittani (Guelfen) und den Rusconi (Ghibellinen). Nach häufigen Kämpfen mit Mailand fiel Como von 1335 bis 1447 unter die Macht der Visconti. Nach einer kurzen Zeit der Unabhängigkeit als Repubblica di Sant’Abbondio unterwarf sich Como 1450 Francesco Sforza, dem Herzog von Mailand. 1521 wurde Como von den Spaniern belagert und geplündert und fiel wie der Rest der Lombardei unter die spanische Herrschaft. Im Frieden von Rastatt kam Como zusammen mit dem Gebiet Mailands 1714 an Österreich, später zur Cisalpinischen Republik, zum napoleonischen Königreich Italien und wieder zu Österreich. In der napoleonischen Ära war es die Hauptstadt des Départements Lario. Seine Seidenindustrie und die Lage am Eingang der Alpenpässe verliehen ihm selbst da einige Bedeutung. Como trug in den „Fünf Tagen“ im März 1848 (Cinque giornate) zusammen mit Mailand wesentlich zu den nationalen Aufständen gegen die österreichische Garnison bei. 1859 empfing Como Giuseppe Garibaldi nach dem Sieg von San Fermo als Befreier von der österreichischen Herrschaft.

1885 wurden die Gemeinden Camerlata und Monte Olimpino eingemeindet.

 

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